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Natürlichkeit aus Verantwortung für die Söhne

Der Altbau mit zeitlos schöner Holzfassade und angeschlossenem Neubau.

Ein zweiteiliges Bauprojekt in Freistadt erregt die Aufmerksamkeit vieler Passanten: vorne ein elegantes Gebäude mit schiefergrauer Holz-Fassade, dahinter ein weißer fünfeckiger Wohnbau mit zurückgesetzter Glasfront. Das Besondere an diesem Objekt sind nicht nur die Architektur, sondern auch die Materialen, die beim Bau zum Einsatz kamen. Gedämmt wurde nämlich mit Hanf. Für die silbrige Holz-Patina sorgt ein getöntes Holzöl.

Mineralienhändler Anton Watzl hat sich im mittelalterlichen Mühlviertler Städtchen am Beginn der Bockaustraße ein Domizil zum Wohnen und Arbeiten gebaut. Hier verwirklichte der studierte Architekt mit seiner Familie seine Vision von zeitgemäßer Ästhetik, gebaut und ausgestattet mit baubiologisch wertvollen Materialien und nach den Grundsätzen der Energie-Effizienz.

Angefangen hatte alles mit dem Erwerb eines klassischen Ende-50er-Jahr Wohnhauses. Das Satteldach mit hohem Giebel wurde in ein Flachdach umgewandelt. Einen ca. 75 m² großen Wintergarten-Anbau mit Gründach konzipierte Planer Watzl als Schau- und Geschäftsraum. „Das begrünte Dach sehen wir als 5. Fassade, die Platz für Tiere und Pflanzen bereithält“, erklärt Planer Watzl. Der Altbau blieb im Inneren, bis auf diverse Mauer- und Elektro-Sanierungen, unangetastet. Über den erhaltenen Baukörper kam eine Hanfdämmung und abschließend eine Holzverschalung aus sägerauer Fichte als Fassade. 

„Mit der unregelmäßigen Schalung und der vorspringenden Lattung wollte ich das Bild der Lochfassade vom alten Baukörper brechen“, so Anton Watzl. Hier kam ein getöntes Holzöl zum Einsatz, von der Baufamilie in Eigenregie beim Holzbauer zweimal gestrichen. Das schiefergrau glänzende Holzöl (DANSKE Holzöl Aqua, Farbton Island 02, Hersteller Synthesa Perg) ist nicht nur ein exquisites Design-Element und sorgt für eine gleichmäßige Vorvergrauung, es verhindert durch seine wasserabweisende Eigenschaft die Feuchtehinterwanderung: „Wir hatten dieses schimmernde Grau beim Agrarbildungszentrum in Hagenberg gesehen, und es hat uns ausgesprochen gut gefallen“, erklärt Watzl.

Als Kontrast und Vervollständigung des Ensembles baute man in der Folge das zeitgenössische Wohnhaus für die vierköpfige Familie im leicht ansteigenden, hinteren Teil des langgestreckten, trapezförmigen Grundstücks. „Wir wollten das Grundstück so gut wie möglich ausnutzen. Das ging am besten mit einem fünfeckigen Grundriss des Gebäudes“, erzählt der Hausherr. Zwischen Firmen- und Wohngebäude finden ein großzügiger Garten und eine über eine leichte Böschung zu erreichende Terrasse Platz. Durch die straßenseitige Mauer mit Garten-Eingang entsteht ein großzügiger Hof, der sich gegen Westen in die Nachbargärten öffnet. Die Ostseite bleibt bis auf eine schmale horizontale und vertikale Fensterlinie geschlossen.

Hanf aus Überzeugung
Natur, Architektur und Energieeffizienz in zu Einklang bringen - das war ein Hauptmotiv der Bauherrenfamilie. Darum entschied man sich neben einer Pelletsheizung auch für eine ökologische Fassadendämmung aus Hanffaser-Platten vom Perger Erzeuger Capatect. „Und das aus Überzeugung! Dafür wurde in anderen Bereichen, die momentan nicht so wichtig sind, gespart“, sagt der Vater zweier lebhafter Buben. „Uns war die Natürlichkeit der Materialien wichtig.“

So ließ er es sich nicht nehmen, die abgeschrägte Kante als Abschluss der Fensterreihe am Gebäude-Knick unbedingt mit Hanf zu dämmen. Die Fassaden-Arbeiter sagten, das ginge nicht. Da hatten sie nicht mit der Hartnäckigkeit von Watzl gerechnet. Ein Küchenmesser mit Sägeschliff machte den perfekten Schrägschnitt möglich.

Der Vollwärmeschutz aus Hanfplatten in unterschiedlichen Dicken findet sowohl beim Alt- als auch beim Neubau Anwendung. Über die Hanfplatten kam beim Neubau als Unterputz ein mineralischer Spezial-Trockenmörtel (Capatect Minera Eco Light) und als Abschluss ein widerstandsstarker und stark wasserabweisender Putz in Reinweiß (Capatect CarboPor Reibputz) zum Einsatz. Die Verschalung im Innenhof und auf der Terrasse mit sibirischer Lärche wurde mit einer wässrigen UV-Schutzlasur eingelassen (TwinProof, Synthesa).

„Bei der Auswahl der Materialien für die Fassaden war Capatect Architektenberater Gerald Fellinger eine große Hilfe,“ betont Anton Watzl abschließend.

Text: Susanna Witte

Bautafel:
Baufamilie: Mag. Petra und Dipl.-Ing. Anton Watzl, Freistadt
Achitekt/Planer: Dipl.-Ing. Anton Watzl, Freistadt
Ausschreibungen: Dipl.-Ing. Christian Hackl, Freistadt
Massivbau: Holzhaider, St. Oswald
Holzfassade: Wolfinger, Tragwein
Putzfassade: MILE Linz