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Hanf oder gar nicht

Frisch, formal reduziert und mit Hanf gedämmt: Das neue Gemeindezentrum von Tumeltsham entspricht allen Anforderungen an das Bauen der Zukunft. Alle Fotos: Synthesa Gruppe

In sanftem Hügelland zwischen Hausruck und Inn-Ebene liegt die kleine Gemeinde Tumeltsham. Um den Anforderungen an Barrierefreiheit und Energieeffizienz gerecht zu werden, ließ die Gemeindeverwaltung ein neues Gemeindezentrum errichten. Das Besondere daran: Die Fassade wurde mit Putzträgerplatten aus Hanf vom Hersteller Capatect ausgeführt. Damit unterstreichen die Verantwortlichen der Gemeinde ihre Einstellung zu Klimaschutz und Ressourcenschonung.

Im langgedienten Gemeindeamt des 1.600 Einwohner zählenden Ortes Tumeltsham wurde das Platzproblem immer größer und somit auch der Wunsch nach einem neuen Gebäude. Die Sanierung des Altbaus machte aufgrund der Gegebenheiten wenig Sinn. So kam es 2019 zum Neubau direkt neben dem bestehenden Gemeindeamt. Ein Jahr später konnte er bezogen werden.

Aus österreichischer Produktion
„Für mich kam für die Fassade des neuen Amtshauses nur ein ökologischer Aufbau in Frage“, erzählt Bürgermeister Erwin Diermayr. „Dazu bedurfte es bei den Landesbeamten zwar ein wenig Überzeugungsarbeit. Aber nachdem der Gemeinderat zu 100 Prozent der Putzträgerplatte aus Hanf zugestimmt hatte, war die Entscheidung gefallen. Jetzt freuen wir uns, dass mit der Hanfplatte von Capatect und den Ziegeln vom heimischen Ziegelwerk nur regionale Produkte aus österreichischer Erzeugung zum Einsatz kamen.“

„Langsam findet auch im öffentlichen Bereich ein Umdenken in Richtung Nachhaltigkeit am Bau statt. Hier braucht es immer wieder Vorreiter wie Bürgermeister Diermayr, die sich dafür stark machen“, betont Gerald Fellinger, Architektenberater bei Capatect. Die OÖ. Wohnbau als Generalübernehmer des Projektes setzt jetzt bei einem Kindergarten-Bau in Hellmonsödt ebenfalls das Naturfaser-Produkt für die Fassade ein.
Der zweiteilige Gebäudekomplex mit einem neuen Ortsplatz entstand unter der Federführung des Linzer Architekten Gerald Anton Steiner. Auch er schätzt den Naturdämmstoff auf dem 38er Ziegelbau. „Durch die Flexibilität des Materials können Spannungsrisse im Putz gut verhindert werden“, ergänzt Steiner.

Ausgezeichneter Schallschutz
Die Putzträgerplatte mit dem Markennamen Capatect Hanf Massiv wurde speziell für porosierte Ziegelwände entwickelt. Der größte Vorteil der Platte besteht in ihrem unübertroffenen Schallschutz. Ein mit der 4 cm dicken Hanf-Putzträgerplatte beschichtete Außenwand hat einen bis zu 13db besseren Schallschutz als Gebäude mit herkömmlichen Unterputzsystemen.

Auch was die Dämmleistung angeht, hat die Hanf-Putzträgerplatte die Nase vorn: im Vergleich zum Dämmputz verfügt sie über die zwei- bis sechsfache Dämmleistung bei gleicher Dicke. Der entscheidende Vorteil liegt aber in der Vermeidung von Wärmebrücken und in der Ökologie.
Die Arbeiten führte das Fassadentechnik-Unternehmen E2 aus Eberstallzell aus. Dazu wurden neben den Hanf-Putzträgerplatten ein SH-Reibputz sowie Klebe- und Spachtelmasse von Capatect verwendet.

Das neue Amtsgebäude ist durch seine Geradlinigkeit ein erfrischender Blickfang und lockert das Zentrum auf. Es besteht aus zwei Gebäuden mit Satteldächern und einem dazwischen liegenden Verbindungstrakt mit Flachdach. Im vorderen Gebäude befinden sich der Sitzungssaal und öffentliche WC-Anlagen. Im größeren, zweiten Haus sind die Verwaltungsräume und Räumlichkeiten für die Tagesbetreuung des Roten Kreuzes im Obergeschoß.

 

Bautafel

Bauherr: Gemeinde Tumeltsham
Generalübernehmer: OÖ. Wohnbau
Baumanagement: Swietelsky AG, Linz
Architekt: Gerald Anton Steiner, Linz
Ausführende Firma: Fassadentechnik E2, Eberstallzell
Beratung Capatect: Gerald Fellinger

Produkte

• Capatect Hanf Massiv Putzträgerplatte
• Capatect MineraCarbon Putzgrund
• Capatect SH Reibputz